Warum sieht es bei den anderen so leicht aus?
Vom Kraftakt, in einer linearen Welt mitzuhalten.
Du schaust dich um und bei den anderen sieht das Leben irgendwie……..logisch aus. Sie gehen zur Arbeit, arbeiten ihre To-Dos ab, regeln ihren Alltag um am Ende des Tages scheint alles in einer geraden Linie zu verlaufen. Es sieht so leicht aus.
Und dann schaust du auf dein eigenes Leben.
Bei dir ist es ein täglicher, unsicherer Kampf gegen das Chaos. Dein Kopf steht niemals still, deine Gefühle sind intensiv, dein Alltag fühlt sich oft an wie ein einziges Jonglieren mit viel zu vielen Bällen. Und weil du klug und fähig bist, schaffst du es ja meistens irgendwie. Du funktionierst. Aber um welchen Preis?
Jeder Schritt, der bei anderen wie von selbst läuft, kostet dich eine hochgradige, fast unmenschliche Anstrengung. Du presst dich mit aller Gewalt in diese Schablonen, um mitzuhalten. Du gibst 150 Prozent, nur um das Gefühl zu haben, den Standard zu erfüllen.
Und genau in diesem Moment, wo du dich erschöpft umsiehst und merkst, dass du trotz all deiner Fähigkeiten wieder an den kleinen Dingen strauchelst, kommen die Vorwürfe. Die bittere innere Stimme, die fragt;“ Warum schaffe ich das nicht so einfach so wie die anderen? Warum ist mein Leben so ein unendlicher Kraftakt?“
Du machst dir selbst Vorwürfe, ziehst die Zügel noch straffer, strengst dich noch mehr an - bis zu dem Punkt, an dem gar nichts mehr geht. Bis zu diesem stillen Zusammenbruch, wo der Akku endgültig auf Null ist und einfach nur noch Erschöpfung da ist. Weil man eine Last getragen hat, für die man gar nicht gebaut ist.
Warum fühlt sich mein Leben trotz all meiner Fähigkeiten oft so anders an als das anderer Menschen?
Wenn du dir diese Frage mitten in der Erschöpfung stellst, möchte ich, dass du hier kurz innehältst und einmal tief durchatmest.
Ich kenne diesen zermürbenden Kreisfauf aus hoher Erwartung, unendlicher Anstrengung und dem Gefühl, irgendwie verkehrt zu sein, aus meiner eigenen Geschichte nur zu gut. Aber heute weiß ich-
Das, was du da spürst, ist kein Versagen. Und dieser Zusammenbruch ist kein Fehler.
Es ist das absolut logische Signal deines Systems, das dir sagen will:“ Ich kann mich nicht mehr in eine Form pressen lassen, die mir nicht entspricht.“ Dass dein Leben sich so chaotisch anfühlt und so viel Kraft kostet, liegt nicht daran, dass du zu wenig Disziplin hast. Es liegt daran, dass du versuchst, ein zutiefst nicht-lineares Denken und Fühlen in eine starre, lineare Schablone zu zwingen.
Deine nicht-lineare Struktur ist kein Chaos, das man „wegerziehen“ muss. Es ist eine enorme, kreative Kraft. Sie fühlt sich bisher nur deshalb so anstrengend an, weil du versuchst, nach den Regeln einer linearen Welt zu spielen.
Es darf leichter werden. Der Weg aus der Erschöpfung führt nicht über noch mehr Selbstdisziplin oder noch bessere To-Do-Listen.
Es führt über die Erlaubnis, endlich nicht linear sein zu dürfen.
